Rock. Bottom.

Ein neues Jahr. Sogar ein neues Jahrzehnt. Wäre Zeit für einen Jahresrückblick, so wie letztes Jahr. Aber mir ist so gar nicht danach. Stattdessen ist dieses bleierne Gefühl. Rock Bottom. Der felsige, kalte, harte Boden, auf dem man sprichwörtlich im angelsächsischen Raum landet, wenn es gerade so gar nicht laufen will oder man sehr unsanft landet.

It is quite a mess
Im Moment bin ich ein ziemliches Durcheinander (Symbolbild).

Eigentlich ist das sehr schade, denn über 2019 gäbe es wirklich viel Schönes zu resümieren. Ein Umzug nach Hamburg, die neue, schöne Wohnung, Besuche im Weserstadion, das Hurricane, Konzerte von Dave Hause über Royal Republic bis hin zur Live-Show von Methodisch Inkorrekt. Und natürlich die Reise: Lettland, Hochzeit in Wyoming, Kolumbien, Ecuador (mit Galapagos), Peru, Bolivien, New York. Drei Monate als Teil des Sabbaticals in dem ich mich (trotz anderen Jobs geistig gerade noch) bis 1.4. befinde, mit dem mir liebsten Menschen in Südamerika verbringen. Eigentlich so schön.

Als ich schließlich im Spätherbst und Winter im grauen Hamburg am Schreibtisch saß, konnte ich von den Erinnerungen und Eindrücken zehren. Währenddessen wurden woanders auf der Welt weitere gesammelt. Zwei Entwicklungen, die unterschiedlicher nicht hätten verlaufen können. Ich wollte All-In, jemand anders hat das Kartenspiel gewechselt. Das hat mich fürchterlich kalt erwischt und lässt im Nachhinein an Wahrnehmungen und Überzeugungen zweifeln. Eben auf einmal „Rock Bottom“.

Jetzt gilt es zusammenzukehren. Achtsam und langsam zu sich selbst sein. Manche Entscheidungen treffen und feststellen, dass andere Entscheidungen, auch wenn sie unter völlig anderen Prämissen getroffen worden waren, doch auch nicht über Nacht ihre Gültigkeit verlieren. Das lehrt viel über einen selbst: Zum Beispiel, dass es lange braucht, ein volles Commitment zu kriegen von mir, aber dann is‘ die Sache auch nicht mehr diskutabel. Das gilt sogar für Wohnorte. Und wenn ich rückblickend auf mein Leben schaue, ziehe ich daraus das Selbstbewusstsein, dass Veränderung immer schon viel war, aber ich mittlerweile auf Kurzfristentscheidungen verzichten kann. Wie man doch vieles klarer sieht, während um einen herum die Welt zusammenstürzt.

Bei „nur das Positive sehen“ bin ich lange nicht. Dafür war es alles zu krass, zu groß das Loch, das da jetzt ist. Aber ein paar Dinge sind ja schon da, auf die man sich freuen kann: Ein neues Brian-Fallon-Album zum Beispiel, oder vielleicht eine Woche Urlaub irgendwo, Trips mit alten und neuen Freunden, und vielleicht doch nochmal die WDW. Bis dahin ist noch ein bisschen Verkriechen erlaubt. Und als Mantra: „don’t forget to breathe“.

„21 Days“ halte ich zwar für eine sehr optimistische Schätzung. Aber, whatever works.

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1 Antwort

  1. 16. Februar 2020

    […] Wochen Ausnahmezustand, Quarantäne und Kriegsrecht. So in etwa könnte ich den Jahresstart beschreiben. Musik begleitet und hilft dabei ein bisschen. Ich bin zwar weit weg von irgendeiner […]

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